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Weitere Windkraftanlagen vor unserer Stadt ??
Beim Stammtisch am 4.4.12 wurde das Thema Windkraft in Anwesenheit des Windradskeptikers Wolfgang Medek aus Arberg kontrovers diskutiert. Einig waren sich alle Teilnehmer, daß größtmögliche Tansparenz für alle Bürger unbedingt erforderlich ist. Bisher gab es drei nichtöffentliche Veranstaltungen mit den Grundstückeigentümern in Merkendorf, Wolframs-Eschenbach und Lichtenau.
Auch der sogenannte Windkraft-Erlass der Staatsregierung vom 20.12.11 fordert in seiner Vorbemerkung, dass Windenergie nur an für Natur, Landschaft und Bevölkerung verträglichen Standorten errichtet werden soll. Besonders wichtig ist die frühzeitige und transparente Beteiligung der Bürger am Planungs- und Genehmigungsverfahren. Für die Kommunen empfiehlt sich rechtzeitig eine freiwillige Bürgerinformation für das anstehende Projekt anzubieten. Entscheidend sind von Anfang an ein maßvolles Vorgehen, eine realistische Darstellung der Vorteile und möglichen Nachteile der Windkraftnutzung sowie Verständnis und Feingefühl für die unterschiedlichen Sichtweisen der Menschen je nach Rolle (Grundbesitzer - Investoren - Gemeindebürger - Nachbarn). (Zitat aus dem Erlaß v. 20.12.11)
Warum entstand vor den Toren unserer mittelalterlichen Stadt in einem windarmen Gebiet ein Windvorranggebiet auf dem angrenzenden Gemeindegrund von Lichtenau und Merkendorf? Diese Frage konnte mir am 3.4.12 auch Frau Dr. Schödl von der Regionalplanung Westmittelfranken bei der Reg.von MFr. nicht beantworten.
Die Antwort liegt auf der Hand. Da durch unsere drei im Jahre 2003 errichteten Windräder die Landschaft sowieso schon belastet ist, war es für die Regierung Mfr. am einfachsten, die angrenzenden Lichtenauer und Merkendorfer Gebiete als Vorranggebiete auszuweisen. Die Hauptbelastung tragen aber die Bürger von Wolframs-Eschenbach.
Bei der Errichtung neuer WKA vor unserer Stadt muss aber die bereits bestehende Vorbelastung unserer Landschaft und unserer Bürger durch die drei bestehenden Anlagen unbedingt ins Kalkül gezogen werden. Wie Frau Dr. Schödl äußerte, ein sehr heikles Thema. Eine bestehende Vorbelastung kann geplante WKA zum Kippen bringen, wobei jede einzelne Anlage beim Genehmigungsverfahren überprüft werden muss.
9.4.12 Kreitmeier Ägidius
Wenn Windräder Touristen vergraulen (Jan. 2012)
In der Ausgabe 3 der Bayerischen Staatszeitung v. 20.1.12 sieht der Chef d
es Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Johannes Greipl einen großen Interessenkonflikt zwischen der Energiewende und dem Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft.
Er bemängelt, daß im gesamten bayerischen Energiekonzept kaum ein Wort steht über andere gesellschaftliche Werte, wie es unsere historischen Stadtbilder und unsere gewachsene Kulturlandschaft sind.
Die rücksichtslose Verunstaltung der Landschaft durch Windräder, Photovoltaikanlagen und gigantische Maisfelder gefährden in Bayern den Wirtschaftsfaktor Tourismus in höchstem Maße. 28 Millionen Touristen gaben 2010 rund 31 Milliarden Euro in Bayern aus.
Greipl warnt davor, daß durch die jetzt eindimensionale Betrachtung der Energiewende diesselben Fehler wiederholt werden, die in den 6oiger Jahren begangen wurden, als für eine autogerechte Stadt tiefe Schneisen und Wunden in unsere Städte geschlagen wurden. Schon 20 Jahre später habe man sich die Frage gestellt, wie eine solche Fehlentwicklung möglich war.
Durch den jetzigen Tunnelblick und die Goldgräberstimmung bei der derzeitigen Energiewende wäre eine ideologiefreie und faire Kooperation aller Beteiligten angebracht.
Greipl fordert, daß die Interessen des Denk- und des Landschaftsschutzes bei den Planungen neuer Windkraftanlagen von Anfang an mit einbezogen werden. Energiewende bedeutet nicht, einen schrankenlos steigenden Ernegiebedarf "erneuerbar" zu decken, sondern Energiewende bedeutet auch, Energie zu sparen.
Anmerkung von Ägidius Kreitmeier: Weitere höhere Windkraftanlagen als die bereits vorhandenen vor unserem mittelalterlichen Städtchen würden die Stadtansicht vollends zerstören.
Wolframs-Eschenbach liegt in einem windarmen Gebiet. Die Stromerzeugung der bisherigen drei Windanlagen, die am 23.12.2003 ans Netz gingen, blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Siehe auch "Bayerischer Windatlas" und "Energiekonzept Landkreis Ansbach 2011, Seite 77".
Wir Freien Wähler sind grundsätzlich für die Energiewende und für erneuerbare Energien, allerdings nur, wenn der Standort paßt und die Wirtschaftlichkeit der Anlage gegeben ist.
2009: Regionalplan „Windkraft“ der Regierung von Mittelfranken macht den Weg für weitere Windkrafträder westlich der bestehenden Anlage frei. Einwände der Stadt wurden ignoriert.
Anmerkung zur Vorgeschichte: Die Stadt Wolframs-Eschenbach setzte sich im Jahre 2002/2003 mit Altbürgermeister Seitz massiv für den Bau der drei bestehenden Windkrafträder am Gotzendorfer Weg ein. Auch damals gab es schon Bedenken wegen möglicher optischer Beeinträchtigungen des historischen Stadtbildes. Jetzt erlaubt die Regierung den Nachbargemeinden die Errichtung weiterer Windkrafträder in unmittelbarer Nähe der bestehenden Anlage. Klingt irgendwie logisch. Bürgermeister Dörr sagt weitere Windkrafträder seien "ungünstig für das Landschaftsbild". Die Regierung von Mittelfranken sah dies offensichtlich anders. (2009)






