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Bericht im Altmühlboten vom 28.09.2009
Buch bietet neueste Erkenntnisse
| Werk des gebürtigen Wolframs-Eschenbachers Dr. Erwin Seitz wurde vorgestellt |
WOLFRAMS-ESCHENBACH (msr) – 160 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag in leuchtendem Hellblau – das sind die äußeren Merkmale eines neuen Buches über die Wolframs- Eschenbacher Stadtgeschichte. „WolframsEschenbach wird Stadt“ heißt dieses erste von Dr. Erwin Seitz allein geschriebene Werk zur frühen Geschichte der Stadt.
Am Freitag fand im Bürgersaal die offizielle Buchvorstellung mit Einführung und Lesung durch den Autor statt; die Veranstaltung war sehr gut besucht. Bürgermeister Michael Dörr bezeichnete das Buch als „sehr gut gelungen, hochinteressant und auch kurzweilig zu lesen“. Bereits im Jahr 1997 veröffentlichte der Kunsthistoriker und Germanist einen Geschichtsband, „Wolframs-Eschenbach – Der Deutsche Orden baut eine Stadt“, damals allerdings in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Oskar Geidner. Einige der seinerzeit aufgestellten Thesen hätten sich nach neuerlichen Betrachtungen und Schlussfolgerungen nicht mehr halten lassen, erklärte Dr. Erwin Seitz in seiner Einführung zum neuen Buch. So würde heute beispielsweise „kein einziger Germanist mehr“ an Wolfram von Eschenbachs Aussage glauben, er sei weder des Lesens noch des Schreibens mächtig gewesen. Ebenso stellt Seitz Wolframs Aussage in Frage, in seinem Haus werde „nicht satt eine Maus“.
Erst seit den archäologischen Grabungen des Heimatvereins vor zehn Jahren wisseman,dass auf dem Kirchhof vor Errichtung des Liebfrauenmünsters bereits eine andere, ähnlich große Hallenkirche gestanden habe. „Ich dachte, wenn es damals schon so eine große Kirche an dieser Stelle gegeben hat, dann muss doch auch schon vor dem 12. Jahrhundert eine Menge los gewesen sein hier“, umriss der gebürtige Wolframs-Eschenbacher den Anstoß und seine Motivation, bekannte Quellen nochmals zu sichten und neu zu bedenken, bislang eher unbeachtetes Kartenmaterial hinzuzuziehen und noch weiter im Archiv zu forschen.
Die Ergebnisse seiner Recherchen hat Seitz für ein breites Publikum allgemeinverständlich zu Papier gebracht. In Zusammenarbeit mit dem Grafikbüro Selz – Klaus Selz hatte auch etliche Grafiken aus seiner Feder beigesteuert –, dem Fotografen Johannes Walch, Peter Dreyling für die Korrekturlesung und anderen ist ein anschauliches Sachbuch mit zahlreichen Illustrationen daraus geworden.
Die Fürtherin Ulrike Bergmann umrahmte die Buchvorstellung musikalisch mit „historischer Musik“. darunter eine Interpretation des Minneliedes „Unter den Linden“ nach Walther von der Vogelweide, während der Autor aus den Kapiteln über die Herren von Eschenbach sowie über den Deutschen Orden las und viele weitere Informationen aus seinem Wissensschatz freisprechend hinzufügte.
„Wenn Erwin an einer Sache dran ist, dann hält ihn nichts mehr auf“, charakterisierte Oskar Geidner die Zielstrebigkeit des Autors in einem Grußwort. Geidner war an dem neuen Werk insoweit wieder beteiligt, als er immer wieder Hinweise für die Recherchen im Archiv gab. Durch die Grabungen vor zehn Jahren seien aber nicht nur manche bisherige Annahmen in ein neues Licht gerückt worden, so Geidner, sondern auch viele neue Fragestellungen aufgetaucht, die Seitz in wiederum neue Thesen umgewandelt habe. Er wünsche Seitz’ Buch insofern eine längere Halbwertzeit als dem vorherigen Buch von vor zwölf Jahren.
„Wolframs-Eschenbach wird Stadt“ (ISBN 978-3-9812742-2-6) ist ab sofort zum Preis von 12,80 Euro erhältlich. Der Band sei ideal auch als Geschenk für alle erdenklichen Anlässe geeignet, hieß es in der Vorankündigung.





