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Aktuelles

Stammtische

Herzliche Einladung an alle an der Kommunalpolitik interessierten Bürger zum Stammtisch der FW W.-E. Wann? Jeden ersten Mittwoch im Monat. Wo?  Beim Antonio.

Nächster Stammtisch, Mittwoch, 6. Juni 2012 um 20 Uhr.

 

Vorschau:

Grillfest für alle Mitglieder am Samstag, 28. Juli  2012 im Garten von Gerhard Dörr. Gesonderte Einladung erfolgt noch.

 

Ferienprogramm 2012: Wir fahren heuer zum ersten Heimspiel des Club. Der genaue Termin wird noch bekannt ge- geben, sobald der Bundesligaterminkalender steht.

 

Bremserfest am Samstag, 22. September 2012 im Gewölbekeller des Rathauses.


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Übernachten in W.-Eschenbach

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Bericht im Altmühlboten vom 27.10.2009

Museumsgespräch 2009

Geidner: „Wir sind einmal wer gewesen“
 Gespräch über die goldene Zeit von Eschenbach, den Niedergang und den Erhalt der wertvollen Bausubstanz

WOLFRAMS-ESCHENBACH(msr) – Beim Museumsgespräch 2009 refe­rierte der Vorsitzende des Heimatver­eins, Oskar Geidner, anschaulich und detailliert über den Prozess der Säku­larisation des Deutschen Ordens. Die Wolframs-Eschenbacher Altstadt ver­dankt ihr bis heute prächtig erhal­tenes Aussehen der über 600 Jahre andauernden Herrschaft des Deut­schen Ordens mit seiner regen Bautä­tigkeit. Das Zentrum der Altstadt – die ehemalige Fürstenherberge, die Vogtei (heute Gasthaus „Alte Vog­tei“), das Deutschordensschloss und der Zehntstadel – entstand im 16. und 17. Jahrhundert.
 
Die Säkularisation sei ein längerer Prozess gewesen, der bereits 1789 mit dem Inkorporationsvertrag zwischen dem Hochmeistertum und der Ballei Franken (die Provinz eines Ritter­ordens, in diesem Fall des Deutschen Ordens) seinen Anfang genommen und schließlich im Jahr 1809 seinen Abschluss gefunden habe, so Geidner. Der Vorsitzende des Heimatvereins erklärte die verwirrende Gesell­schaftsordnung innerhalb des Deut­schen Reiches im 18. Jahrhundert an grotesk anmutenden Beispielen der diversen Untertanenschaft selbst in­nerhalb manch eines kleinen Dorfes. Die Eingliederung der Provinz Ans­bach- Bayreuth in das preußische Staatsgebiet durch Bemühungen Karl Augusts von Hardenberg schuf dann andere Verhältnisse. Geidner ging da­bei speziell auf die Haltung des zu der Zeit amtierenden Eschenbacher Vogts Baptist Tonle ein, der der letzte Vogt sein sollte. Das wirkliche Ende einer Ära in Eschenbach kam aber erst eini­ge Jahre später, als die preußischen Gebiete in Franken an das Königreich Bayern kamen. So mussten am 12. Juni 1806 auch die Eschenbacher ih­ren Eid auf den bayerischen König ablegen.
  Am 24. April 1809 hatte Kaiser Na­poleon den Deutschen Orden auflösen lassen, was in Eschenbach drama­tische Folgen hatte. Es gab ein Über­angebot sozusagen herrenlos gewor­dener Immobilien. Das Deutschor­densschlösschen zum Beispiel wurde 1813 zum Schleuderpreis versteigert und wechselte innerhalb weniger Jah­re dreimal den Besitzer. Weniger be­gehrt war der Zehntstadel, ihn konnte 1852 die Stadt erwerben. „Wir hatten in dieser Entwicklung Glück im Un­glück“, meint Oskar Geidner, „denn es hätte auch alles abgerissen werden können.“ Der letzte Vogt war nach dem Ende der Deutschordensherrschaft noch bis 1811 im Amt und kümmerte sich um die Abwicklungen. „Ohne die Pfrün­destiftung hätten Stadt und Wirt­schaft das Ende des Deutschen Ordens nicht überlebt“, betonte Geidner. Den Dreißigjährigen Krieg und andere Krisenzeiten hatten die Deutschor­densherren durch kluges Agieren und auch einiges Glück über Jahrhunderte immer wieder ausgleichen können, doch eine „Strukturkrise“ der Region wurde schließlich zum Verhängnis für die Blütezeit des Ortes: In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die alte Handelsroute von Nürnberg nach Stuttgart, die über Jahrhunderte durch Eschenbach geführt und Wohl­stand und Blüte gebracht hatte, von einer Verbindungsroute von Ansbach nach Nürnberg abgelöst worden (die heutige B 14). „Eschenbach lag nun abseits der ‚großen Welt‘ und hat den Anschluss trotz einiger Maßnahmen auch nicht mehr geschafft“, fasste Geidner zusammen.
  Durch den teilweisen Zusammen­bruch der örtlichen Infrastruktur, von dem sich das Städtchen lange Zeit nicht erholte, kam es im 19. Jahrhun­dert als Spätfolge zu einem Exodus. Gut 100 Personen – das waren nicht weniger als zehn Prozent der dama­ligen Bevölkerungszahl – wanderten nach Amerika aus in der Hoffnung auf eine bessere Lebensgrundlage. „Heute zehren wir noch davon, dass wir ein­mal wer gewesen sind, und vergessen doch auch nicht das Positive, das die Entwicklung Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts mit sich brachte: Unser historischer Ortskern aus der Zeit der Deutschordensherrschaft blieb praktisch unbeschadet erhal­ten“, so Geidners Fazit.
  Weitere Informationen über die Stadtgeschichte und die Deutschor­densherrschaft finden sich in den Bü­chern „Wolframs-Eschenbach – Der Deutsche Orden baut eine Stadt“ von Oskar Geidner und Dr. Erwin Seitz aus dem Jahr 1997 (ISBN 3-87707­510-X) und „Wolframs-Eschenbach wird Stadt“ von Dr. Erwin Seitz (ISBN 978-3-9812742-2-6), das erst kürzlich erschienen ist (wir berichteten) und sich mit der frühen Geschichte der Stadt auseinandersetzt. Beide Bücher sind im Bürgerladen der Stadt Wolf­rams- Eschenbach erhältlich.