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Altmühlbote vom 06.11.2008
Ein Aushängeschild für die „Traube“
Schmiedewerk von Siegfried Wagner für das historische Wolframs-Eschenbacher Wirtshaus
WOLFRAMSESCHENBACH (msr) – In der Minnesängerstadt hat der Heimatverein die Initiative ergriffen und sich dafür stark gemacht, dass das Gasthaus „Zur Traube“ in der oberen Hauptstraße – eine der ältesten Gastwirtschaften am Ort – einen neuen Wirtshausausleger bekommt. Der historische Vorgänger war vor einiger Zeit einem Sturm zum Opfer gefallen. Den neuen Ausleger, eine Rekonstruktion nach dem Muster des alten, hat der ortsansässige Kunstschmied Siegfried Wagner angefertigt. Nun fand die offizielle Übergabe des fertigen Kunstwerks an die Wirtsfamilie statt.
Durch die Anbringung des neuen Wirtshausauslegers wird das historische Ensemble der oberen Hauptstraße wieder komplettiert und „die Altstadt hat einen neuen Hingucker“, wie Bürgermeister Michael Dörr meinte. Oskar Geidner als Vorsitzender des Heimatvereins, der Rathauschef, sein Stellvertreter Erwin Seitz, Max Wechsler von der Sparkassenfiliale und die Eigentümerfamilie trafen sich am Freitag mit Kunstschmied Wagner und Gehilfen, um das Kunstwerk offiziell an der „Traube“ in Empfang und in Augenschein zu nehmen. Alle Anwesenden waren angetan und voll des Lobes für das Kunstwerk.Wagner hat den ursprünglichen Ausleger ausschließlich aus Metall rekonstruiert, auch die Weintraubenrispe, die eingehängt wird und für sich allein 49 (!) Kilo wiegt. Wagner habe das Werk in vielen Arbeitsstunden zum Selbstkostenpreis hergestellt, hieß es. Allein um die Traubenrispe herzustellen, waren 19 Arbeitsstunden nötig. Oskar Geidner betonte, ohne Beteiligung der Stadt WolframsEschenbach, der Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen und der Eigentümerfamilie Winkler/Reichel wäre es dem Heimatverein nicht möglich gewesen, das Projekt finanziell umzusetzen.
Das Gasthaus „Zur Traube“ gilt als eines der ältesten in WolframsEschenbach. Das Haus selbst stammt in seiner Grundstruktur noch aus dem Jahr 1411/12 und gehört damit auch zum ältesten Baubestand der Stadt. Die Nutzung als Gasthaus – zeitweise sogar mit eigener Brauerei – lässt sich aber erst ab 1497 belegen. Der heutige Bauzustand geht auf einen umfangreichen Umbau im Jahr 1739 zurück. Seit rund 300 Jahren ist die Familie Stellwag auf dem Anwesen ansässig. Der letzte „Traubenwirt“, Otto Stellwag, ist erst kürzlich verstorben.
In den kommenden Tagen wird das Metallkonstrukt in gut vier Metern Höhe am rund 600 Jahre alten Außenbalken des Gebäudes montiert und wird hoffentlich viele Jahre beziehungsweise Jahrzehnte das Gebäude und im Ensemble mit den anderen die gesamte obere Altstadt zieren.





