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Bericht im Altmühlboten vom 19.12.2009

Zukunft der Schule war Thema in Sitzung

„Kampf um Schüler“ ist absehbar


Wolframs-Eschenbach votiert grundsätzlich für Schulverbund, aber es bleiben viele Fragen


WOLFRAMS-ESCHENBACH (msr) – Zwei Themen, die auch in vie­len anderen Kommunen des Land­kreises in diesen Tagen verhandelt wurden oder noch werden, standen in der Wolframstadt ebenfalls auf der Agenda für die letzte Stadtratssit­zung im zu Ende gehenden Jahr. So beschloss man, einem zu gründenden Mittelschulverbund „Mittelschule Landkreis Ansbach-Ost“ beizutre­ten. Außerdem wird die Stadt Wolf­rams- Eschenbach künftig auf die so­genannte Konzessionsabgabe für die Straßenbeleuchtung verzichten. Ei­nige weitere Themen machten die Tagesordnung komplett.
Alle anwesenden Stadtratsmit­glieder hoben die Hand, als um das Votum für den Beitritt zu einem noch zu gründenden Schulverbund für Hauptschulen im östlichen Landkreis Ansbach gebeten wurde. Dieser Ver­bund soll die Hauptschulen aufwer­ten zu Mittelschulen. Man erkannte im Wolframs-Eschenbacher Stadtrat einhellig an, dass man mitziehen muss, wenn die Wolframs-Eschenba­cher Hauptschule nicht in eineinhalb Jahren am Ende sein soll. Das heißt aber nicht, dass alle Räte in der zur Diskussion stehenden Maßnahme die beste Lösung für das Problem sähen – weder im Modell „Mittelschule“ noch in dem angestrebten Schulver­bund. „Wir hängen die Hauptschüler ab und machen sie zu ewigen Hartz-IV-Empfängern“, war eine Meinung. „Die Wirtschaft müsste mitziehen und die im M-Zug erworbene mittle­re Reife wirklich anerkennen“, mein­te jemand anders. „Die entschei­denden Fehler sind Jahre vorher ge­macht worden – sie können durch die geplanten Maßnahmen kaum wieder gutgemacht werden“, war sich ein dritter Stadtrat sicher. Dem pflichte­ten auch andere bei: Die Ursachen für das Hauptschuldesaster sieht man überwiegend in der Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Wer immer mehr Abiturienten und Mitt­lere- Reife-Absolventen haben wolle, dürfe sich weder über den Exodus noch über den dadurch bedingten Existenzkampf der Hauptschulen wundern. Stadträtin Brigitta Heckel, selber Lehrerin, sagte in der Diskus­sion, sie halte es für nachteilig, Kin­der im Alter von zwölf, dreizehn Jah­ren bereits auf eine grobe Richtung für die Berufswahl festzulegen. Schü­ler der siebten Klasse müssen sich nämlich für einen Zweig entscheiden – ein technischer, ein Wirtschafts­der und ein sozialer Zweig sollen den Hauptschülern zur Auswahl stehen. „Wir müssen weiter kämpfen um Einwohner und damit um Kinder“, resümierte Michael Dörr. Trotz des Verbunds werde in den nächsten Jah­ren ein Kampf um Schüler entstehen, erwartet der Wolframs-Eschenbacher Bürgermeister.
Zuschuss für Landschaftspflege
Im Rahmen des jährlich durchge­führten Heckenpflegeprogramms ha­ben die Ortssprecher wieder verschie­dene Hecken beim Landschaftspfle­geverband angemeldet. Der Verband hat inzwischen mitgeteilt, welche Pflegemaßnahmen zu 75 Prozent der anfallenden Kosten und welche nur zu 55 Prozent bezuschusst werden können. Die Stadtverwaltung hat deshalb vorgeschlagen, zunächst nur die mit 75-prozentiger Kostenbeteili­gung beschiedenen Maßnahmen um­zusetzen. Die anderen könnten dann sukzessive in den nächsten Jahren wieder beantragt werden. Nach kur­zer Diskussion wurde dies einstim­mig so beschlossen. Der Bürgermeis­ter bot an, in kritischen Einzelfällen individuell zu entscheiden und ent­weder eine 55-Prozent-Förderung in Anspruch zu nehmen oder jemand auf Basis einer Stundenpauschale damit zu beauftragen.
Wie viele andere Kommunen will auch die Stadt Wolframs-Eschen­bach auf Anraten des Bayerischen Gemeindetags künftig auf die Kon­zessionsabgabe für die Staßenbe­leuchtung verzichten und so einen Betrag von zirka 350 Euro pro Jahr einsparen. Man spart sich so die Mehrwertsteuer, die man vorher mit gezahlt und nicht zurückbekommen hatte. Dieser Beschluss fiel eben­falls einstimmig.

Parkprobleme ärgern Feuerwehr

Unter dem Punkt „Anfragen“ wurde die Parkplatzsituation am Sportheim angesprochen. Es werde beobachtet, dass die Parkplätze ent­lang des Wegs zwischen Sportheim/ Sportplatz und Schulgelände oft nicht genutzt würden und statt des­sen der Steingrubenweg entlang sei­ner beiden Seiten „zugeparkt“ wer­de. Diese Situation sei kürzlich erst wieder beobachtet worden, als in Schule eine Blutspendeveran­staltung des BRK stattfand. „Sollte zu so einer Zeit unsere Feuerwehr irgendwo benötigt werden, müssen wir eine andere anrufen, weil unse­re nicht ausrücken kann“, fasste Stadtrat Manuel Mitzler das Prob­lem in drastische Worte. Nun sollen die Parkplätze am Sportheim besser ausgeschildert werden. Gleichzeitig wurde aber gefordert, dass weitere Parkplätze etwa hinter der Schule geschaffen werden sollten, da bei größeren Sportveranstaltungen die vorhandenen nicht ausreichend seien. Bürgermeister Michael Dörr zeigte sich nicht abgeneigt, über ein einseitiges Parkverbot entlang des Steingrubenwegs (auf der Schulsei­te) nachzudenken, insbesondere im Hinblick auf die Feuerwehrzufahrt. Er will jedoch zunächst das Ge­spräch mit dem Vorstand des Sport­vereins und auch mit der Feuerwehr suchen.
Mit einem kurzen Jahresrückblick ging der öffentliche Sitzungsteil zu Ende. Der Rathauschef sprach von „noch ganz guten Finanzrücklagen“, erwartet aber eine schwierige Ein­nahmesituation im Haushaltsjahr 2010. Dörr dankte allen Stadtrats­mitgliedern für die „gute und enga­gierte Zusammenarbeit im Stadtrat“ und wünschte sich diese auch für das neue Jahr.