„Kampf um Schüler“ ist absehbar Wolframs-Eschenbach votiert grundsätzlich für Schulverbund, aber es bleiben viele Fragen WOLFRAMS-ESCHENBACH (msr) – Zwei Themen, die auch in vielen anderen Kommunen des Landkreises in diesen Tagen verhandelt wurden oder noch werden, standen in der Wolframstadt ebenfalls auf der Agenda für die letzte Stadtratssitzung im zu Ende gehenden Jahr. So beschloss man, einem zu gründenden Mittelschulverbund „Mittelschule Landkreis Ansbach-Ost“ beizutreten. Außerdem wird die Stadt Wolframs- Eschenbach künftig auf die sogenannte Konzessionsabgabe für die Straßenbeleuchtung verzichten. Einige weitere Themen machten die Tagesordnung komplett. Alle anwesenden Stadtratsmitglieder hoben die Hand, als um das Votum für den Beitritt zu einem noch zu gründenden Schulverbund für Hauptschulen im östlichen Landkreis Ansbach gebeten wurde. Dieser Verbund soll die Hauptschulen aufwerten zu Mittelschulen. Man erkannte im Wolframs-Eschenbacher Stadtrat einhellig an, dass man mitziehen muss, wenn die Wolframs-Eschenbacher Hauptschule nicht in eineinhalb Jahren am Ende sein soll. Das heißt aber nicht, dass alle Räte in der zur Diskussion stehenden Maßnahme die beste Lösung für das Problem sähen – weder im Modell „Mittelschule“ noch in dem angestrebten Schulverbund. „Wir hängen die Hauptschüler ab und machen sie zu ewigen Hartz-IV-Empfängern“, war eine Meinung. „Die Wirtschaft müsste mitziehen und die im M-Zug erworbene mittlere Reife wirklich anerkennen“, meinte jemand anders. „Die entscheidenden Fehler sind Jahre vorher gemacht worden – sie können durch die geplanten Maßnahmen kaum wieder gutgemacht werden“, war sich ein dritter Stadtrat sicher. Dem pflichteten auch andere bei: Die Ursachen für das Hauptschuldesaster sieht man überwiegend in der Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Wer immer mehr Abiturienten und Mittlere- Reife-Absolventen haben wolle, dürfe sich weder über den Exodus noch über den dadurch bedingten Existenzkampf der Hauptschulen wundern. Stadträtin Brigitta Heckel, selber Lehrerin, sagte in der Diskussion, sie halte es für nachteilig, Kinder im Alter von zwölf, dreizehn Jahren bereits auf eine grobe Richtung für die Berufswahl festzulegen. Schüler der siebten Klasse müssen sich nämlich für einen Zweig entscheiden – ein technischer, ein Wirtschaftsder und ein sozialer Zweig sollen den Hauptschülern zur Auswahl stehen. „Wir müssen weiter kämpfen um Einwohner und damit um Kinder“, resümierte Michael Dörr. Trotz des Verbunds werde in den nächsten Jahren ein Kampf um Schüler entstehen, erwartet der Wolframs-Eschenbacher Bürgermeister. Zuschuss für Landschaftspflege Im Rahmen des jährlich durchgeführten Heckenpflegeprogramms haben die Ortssprecher wieder verschiedene Hecken beim Landschaftspflegeverband angemeldet. Der Verband hat inzwischen mitgeteilt, welche Pflegemaßnahmen zu 75 Prozent der anfallenden Kosten und welche nur zu 55 Prozent bezuschusst werden können. Die Stadtverwaltung hat deshalb vorgeschlagen, zunächst nur die mit 75-prozentiger Kostenbeteiligung beschiedenen Maßnahmen umzusetzen. Die anderen könnten dann sukzessive in den nächsten Jahren wieder beantragt werden. Nach kurzer Diskussion wurde dies einstimmig so beschlossen. Der Bürgermeister bot an, in kritischen Einzelfällen individuell zu entscheiden und entweder eine 55-Prozent-Förderung in Anspruch zu nehmen oder jemand auf Basis einer Stundenpauschale damit zu beauftragen. Wie viele andere Kommunen will auch die Stadt Wolframs-Eschenbach auf Anraten des Bayerischen Gemeindetags künftig auf die Konzessionsabgabe für die Staßenbeleuchtung verzichten und so einen Betrag von zirka 350 Euro pro Jahr einsparen. Man spart sich so die Mehrwertsteuer, die man vorher mit gezahlt und nicht zurückbekommen hatte. Dieser Beschluss fiel ebenfalls einstimmig. Parkprobleme ärgern Feuerwehr Unter dem Punkt „Anfragen“ wurde die Parkplatzsituation am Sportheim angesprochen. Es werde beobachtet, dass die Parkplätze entlang des Wegs zwischen Sportheim/ Sportplatz und Schulgelände oft nicht genutzt würden und statt dessen der Steingrubenweg entlang seiner beiden Seiten „zugeparkt“ werde. Diese Situation sei kürzlich erst wieder beobachtet worden, als in Schule eine Blutspendeveranstaltung des BRK stattfand. „Sollte zu so einer Zeit unsere Feuerwehr irgendwo benötigt werden, müssen wir eine andere anrufen, weil unsere nicht ausrücken kann“, fasste Stadtrat Manuel Mitzler das Problem in drastische Worte. Nun sollen die Parkplätze am Sportheim besser ausgeschildert werden. Gleichzeitig wurde aber gefordert, dass weitere Parkplätze etwa hinter der Schule geschaffen werden sollten, da bei größeren Sportveranstaltungen die vorhandenen nicht ausreichend seien. Bürgermeister Michael Dörr zeigte sich nicht abgeneigt, über ein einseitiges Parkverbot entlang des Steingrubenwegs (auf der Schulseite) nachzudenken, insbesondere im Hinblick auf die Feuerwehrzufahrt. Er will jedoch zunächst das Gespräch mit dem Vorstand des Sportvereins und auch mit der Feuerwehr suchen. Mit einem kurzen Jahresrückblick ging der öffentliche Sitzungsteil zu Ende. Der Rathauschef sprach von „noch ganz guten Finanzrücklagen“, erwartet aber eine schwierige Einnahmesituation im Haushaltsjahr 2010. Dörr dankte allen Stadtratsmitgliedern für die „gute und engagierte Zusammenarbeit im Stadtrat“ und wünschte sich diese auch für das neue Jahr. |