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Altmühlbote vom 02.12.2008
Priester, Dichter und Wissenschaftler
Sonderausstellung zum 100. Geburtstag Friedrich Dörrs in Wolframs-Eschenbach
WOLFRAMS-ESCHENBACH(msr) – Mit einer Sonderausstellung anlässlich seines 100. Geburtstags ehrt die Minnesängerstadt einen ihrer großen Söhne. „Professor Dr. Dr. Friedrich Dörr – Priester, Dichter, Wissenschaftler“, so hat der Heimatverein die Ausstellung betitelt, die nun in den Sonderausstellungsräumen des Museums Wolfram von Eschenbach eröffnet wurde. Sie wird bis April nächsten Jahres zu besichtigen sein. Oskar Geidner, Vorsitzender des Heimatvereins, freute sich, anlässlich der Eröffnung viele Ehrengäste begrüßen zu können, darunter auch viele Verwandte des Professors aus den Familien seiner Nichten und Neffen.
Die Ausstellung beleuchtet in zehn Rubriken Leben, Laufbahn, Werk und insbesondere auch die Heimatverbundenheit und Liebe zu WolframsEschenbach, die sich der Theologieund Philosophieprofessor Dr. Dr. Friedrich Dörr ein Leben lang bewahrt hat. Seine Kindheit in der Wolframstadt prägte den „Beckn-Fritz“, wie er liebe- aber auch respektvoll genannt wurde, lebenslang. Hier erblickte er am 7. März 1908 das Licht der Welt. Schon früh spürte er die Berufung ins Priesteramt und auch seine „Dichterader“ hat er schon in der Kindheit entdeckt.
Er verließ seine Heimatstadt, um Priester zu werden und in Rom Philosophie und Theologie zu studieren. 1930 promovierte er an der päpstlichen Universität Gregoriana zum „Dr. phil“. Nach der Priesterweihe 1933, ebenfalls in Rom, schrieb er 1935 auch noch eine theologische Doktorarbeit. Von Rom aus bat er seine Eltern wiederholt, sie möchten ihm doch Postkarten und dergleichen von WolframsEschenbach zusenden, denn er vermisste seinen Heimatort sehr. Nach dem Studium kehrte er in die Diözese Eichstätt zurück und war dort Seelsorger. Im Krieg war er zunächst Sanitätssoldat, dann Kriegspfarrer. Er hätte die Möglichkeit gehabt, dem Krieg durch Seelsorgetätigkeit in einem Kloster zu entgehen, was er aber ablehnte. So leicht wollte er es sich nicht machen und er wollte auch die Menschen, denen er zur Seite stand, nicht im Stich lassen.
Nach Kriegsende kehrte Dörr nach Eichstätt zurück und wurde Professor für Systematische Philosophie und Pädagogik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Von 1964 bis 1968 war er Rektor dieser Einrichtung. Von 1966 bis 1975 arbeitete der Professor in der Liedkommission des „Gotteslob“ mit und verfasste dafür eigene Lieder und Hymnen. Bis heute sind im Stammteil des „Gotteslob“ 14 und im Eigenteil der Diözese Eichstätt gar 42 Lieder und Hymnen aus Professor Dörrs Feder zu finden, ja einige seiner Lieder fanden sogar Eingang in das Evangelische Kirchengesangbuch.
Bis heute in Wolframs-Eschenbach sehr bekannt und beliebt sind die „Münsterhymne“ (über das Liebfrauenmünster) und das „Sebastianslied“ (der Heilige Sebastian ist der Schutzpatron der Stadt). Neben diesen unzähligen Liedern und Hymnen, die an sich ein bemerkenswertes Werk darstellen, umfasst Professor Dörrs Lebenswerk aber auch wissenschaftliche Aufsätze, Schriften und Bücher. 1963 hat er das Buch „Johannes XXIII.“ ins Deutsche übersetzt und um zwei Kapitel ergänzt. Außerdem hat er im wahrsten Wortsinn sein Leben lang, von früher Kindheit bis ins hohe Alter, Gedichte über alles Mögliche verfasst.
Bereits zu seinen Lebzeiten erhielt Professor Dr. Dr. Friedrich Dörr zahlreiche Auszeichnungen, Urkunden und Ehrungen, unter anderem war er Träger des „Verdienstkreuzes am Bande“. Er verstarb am 13. Mai 1993 in Eichstätt, wo er über drei Jahrzehnte lang gewirkt hatte.
Zu den Themenkreisen Kindheit, Studium in Rom, Seelsorge in der Diözese Eichstätt, Militärdienst, Tätigkeit an der Eichstätter Hochschule, Urkunden/ Ehrungen/Auszeichnungen, Werke wissenschaftlicher Art, Kirchenlieder, Kirchenlieder auf einzelne Heilige und Selige und Gedichte sind in der Sonderausstellung jede Menge papierne Exponate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung ist samstags und sonntags jeweils von 13 bis 16 Uhr geöffnet und wird bis April 2009 andauern.





