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Altmühlbote vom 12.12.2008
Auch künftig Hauskläranlagen
Wolframs-Eschenbacher Stadtrat gegen Anschluss dreier Ortsteile
WOLFRAMS-ESCHENBACH (msr) – In der letzten Stadtratssitzung des Jahres stand der Anschluss der Ortsteile Sallmannshof, Utzenmühle und Bölleinsmühle an die Zentralkläranlage in WolframsEschenbach zur Diskussion. Nachdem Jörg Zenker vom beauftragten Ingenieurbüro Biedermann dieMachbarkeitsstudie vorgestellt und ausführlich erörtert hatte, waren sich die Stadträte einig, dass es einen solchen Anschluss nicht geben wird. Stattdessen soll die Abwasserbeseitigung weiterhin mittels privater Hauskläranlagen erfolgen, wobei die bestehenden Anlagen nachgerüstet werden sollten.
Für die weite Strecke zur Wolframs- Eschenbacher Kläranlage wären aufwendige technische Einrichtungen notwendig, so müssten zum Beispiel Vorkehrungen getroffen werden, dass das Abwasser möglichst kurze Zeit in der Druckleitung verbleibt, um Geruchsbelästigung zu vermeiden. Allein der Anschluss von Sallmannshof und Utzenmühle würde rund 115000 Euro verschlingen, der Anschluss der Bölleinsmühle weitere 41000 Euro. Dem gegenüber stehen Kosten in Höhe von rund 30000 Euro für die Nachrüstung der Hauskläranlagen in Sallmannshof und in der Utzenmühle und rund 13000 Euro für die Bölleinsmühle, erläuterte Zenker. Mit Blick auf diese Summen sprach sich der Stadtrat einstimmig gegen einen Anschluss der Ortsteile an die Wolframs-Eschenbacher Kläranlage aus. Einige Bewohner der Ortsteile hatten die Stadtratssitzung besucht, hörten Zenkers Erläuterungen selbst und wurden Zeugen der Abstimmung. Wortmeldungen von ihrer Seite gab es nicht. Bürgermeister Michael Dörr machte darauf aufmerksam, dass die Privatleute Zuschüsse für die Nachrüstung der Hauskläranlagen beantragen könnten. Allerdings müsste dazu vorher ein Gutachter beauftragt werden.
Der Proberaum, den der WolframsEschenbacher Musikverein im Keller der Volksschule nutzt, kann zwar nicht durch die Entfernung einer Mauer vergrößert werden, da es sich bei der Mauer um eine Stützmauer handelt. Eine Wandöffnung zum Nebenraum ist jedoch nach Absprache mit der Vereinsvorsitzenden eine ausreichende Alternative und wurde vom Stadtrat ebenfalls einstimmig beschlossen.
Einen weiteren einstimmigen Beschluss gab es für einen Zuschuss, der für die Anschaffung von zwei Jugendluftgewehren von der Sparte Schützen der Spielvereinigung/DJK Wolframs- Eschenbach beantragt worden war. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten mit zehn Prozent, was einem Betrag von 190 Euro entspricht.
Grünes Licht gab es vom Stadtrat auch für den beantragten Neubau eines Milchviehlaufstalls im Ortsteil Waizendorf. Einem anderen Bauantrag, von einer Bewohnerin der Altstadt, wurde hingegen nur zum Teil entsprochen: Der geplanten Terrassenüberdachung steht nichts entgegen. Aber die Überdachung des Hauseingangs würde zu 95 Prozent auf öffentlichen Grund hinausragen und damit einen Präzedenzfall für den gesamten Altstadtbereich beziehungsweise das gesamte Stadtgebiet schaffen, meinten die Stadtväter. Deswegen wurde dieser Teil des Antrags abgelehnt.
Bürgermeister Michael Dörr berichtete im weiteren Verlauf der Sitzung von einer Mitteilung des Bayerischen Städte- und Gemeindetags. Dem zufolge könne im kommenden Jahr trotz der aktuellen Wirtschaftskrise mit einem Anstieg des kommunalen Finanzausgleichs für Investitionen gerechnet werden. „Eventuell können wir hiervon für den Ausbau der Staatsstraße von WolframsEschenbach nach Windsbach profitieren“, hofft der Rathauschef.
Am Ende blickte Dörr auf die wesentlichen Themen im Stadtrat im zu Ende gehenden Jahr zurück und dankte den Räten für ihre engagierte Mitarbeit. Das neue Stadtoberhaupt seinerseits wurde vom 2. Bürgermeister Erwin Seitz gelobt. Dörr habe sich sehr schnell in sein Amt eingefunden und sei bemüht, neue Kontakte zu schaffen, die der Stadt weiterhelfen könnten.
Im Baugebiet „Reuterner Straße“ sind Dörrs Ausführungen zufolge inzwischen zwölf Bauplätze verkauft. Für das Wolfram-von-Eschenbach- Museum laufen derzeit umfangreiche Werbeaktivitäten. Über 500 Schulen in Bayern seien angeschrieben worden und mit der Resonanz, insbesondere aus Gymnasien, sei man zufrieden. Verschiedene Klassen hätten bereits ihren Besuch angemeldet. Der Baubeginn für den Solarpark in Biederbach ist im Frühjahr geplant.
Dörr bezeichnete 2008 als „relativ erfolgreiches Jahr“. Im Gegensatz zu vergleichbaren anderen Kommunen mit rückgängigen Einwohnerzahlen habe die Wolframstadt im zu Ende gehenden Jahr wieder 50 Einwohner zugelegt, berichtete er abschließend.





