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Altmühlbote vom 4.04.2009 (Bilder privat)
Stadtrat Wolframs-Eschenbach entschied über Gehwegausbau
WOLFRAMS-ESCHENBACH(msr) – Die jüngste Stadtratssitzung bot eine Menge Diskussionsstoff bei verschiedenen Tagesordnungspunkten. Etwa die Hälfte der Beschlüsse wurde dann aber doch einstimmig gefällt. Längeren Gesprächsbedarf gab es beispielsweise beim Ausbau des Gehwegs an der Nördlichen Ringstraße und bei der Förderung der Kinderkrippe.
Wie berichtet, hatte der Stadtrat in seiner Sitzung im Januar beschlossen, dem Kindergarten Sankt Stilla zur Anschaffung eines Innenspielgeräts, einer sogenannten „Erlebnis-Spielburg“, einen Zuschuss von zehn Prozent der Anschaffungskosten zu gewähren. Da es sich aber um eine Anschaffung für die Kinderkrippe handelt, beantragte die Kindergartenleitung kürzlich, den Zuschuss auf 50 Prozent anzuheben. Bürgermeister Michael Dörr erklärte, dass die Kinderkrippe „eigentlich eine kommunale Aufgabe“ sei. Deshalb plädiere er dafür, diesem Antrag stattzugeben. Der Stadtrat schloss sich dieser Meinung einstimmig an, jedoch wurde als Zuschuss-Obergrenze ein Betrag von 2000 Euro festgelegt.
Die Kinderkrippe im WolframsEschenbacher Sankt-Stilla-Kindergarten besteht seit 2006 und erfährt großen Zulauf. Derzeit besuchen 16 Ein- bis Dreijährige diese Einrichtung, es sind aber nicht alle Kinder an jedem Tag anwesend. Hier sei ein gesellschaftlicher Wandel festzustellen, der die Nachfrage nach Krippenplätzen stark ansteigen lasse, so der Bürgermeister.
Der Ausbau des Gehwegs an der Nördlichen Ringstraße war ein stark diskutiertes Thema. Mit den Arbeiten soll demnächst begonnen werden. Im Rahmen der Vorbereitung besichtigten die Mitglieder des Bauausschusses die Gegebenheiten vor Ort. Dabei wurde vorgeschlagen, den Gehweg gleich auf der vollen Länge bis zu der Stelle am Briefkasten herzustellen, wo er bereits existiert. Doch dazu wäre es erforderlich, einen Baum, eine große Linde, vollständig zu entfernen.
Es wurde bereits der zuständige Kreisgärtner um eine Stellungnahme gebeten, worin empfohlen wird, die Linde stehen zu lassen. Erstens wirke dieser große Baum ortsbildprägend und im Ensemble mit den auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehenden Linden wirke die Stelle wie ein Tor, das auch verkehrstechnisch nicht zu unterschätzen sei. Bei den uralten Linden auf der gegenüberliegenden Seite handele es sich zudem um Naturdenkmäler, deren Sanierung erst vor einigen Jahren mit einem Zuschuss gefördert worden war. Außerdem handele es sich bei der fraglichen Linde um einen gesunden, vitalen Baum, so der Gärtner weiter.
Bürgermeister Dörr argumentierte darüber hinaus, dass bei Realisierung des Gehwegs direkt an der Straße an dieser Stelle eine längere Stützmauer angebracht werden müsste, was deutliche Mehrkosten bedeuten würden. Er sprach dann von rund 41000 Euro. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Linde stehen zu lassen und den Gehweg stattdessen über den Hang zum Schießweiher hinunterzuführen, wo er auf den bestehenden Rundweg um den Weiher trifft, wurde in der Abstimmung schließlich mehrheitlich angenommen, allerdings gab es vier Gegenstimmen.
Stadtrat Heinrich Geidner von der Fraktion der „Freien Wähler“ hatte in der Diskussion argumentiert, auch bei dieser Lösung würde die Wurzel der Linde in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch werde der Baum dann mit einiger Wahrscheinlichkeit über kurz oder lang absterben, sodass man ihn in einigen Jahren dann voraussichtlich doch fällen muss. Mit einer gleich jetzt umfassenderen straßenbaulichen Behandlung der fraglichen Stellekönnten damit nicht zuletzt auch Kosten eingespart werden, weil man sich einen Zwischenschritt sparen würde, meinte Geidner.
In der vorangegangenen Stadtratssitzung war die Verfahrensweise hinsichtlich der Bekanntgabe der Bauanträge auf der Sitzungsladung diskutiert worden. Aus der Reihe der Freien Wähler war die Beschwerde laut geworden, ohne Unterlagen könne man sich nicht auf die Sitzung vorbereiten. Deshalb wollte der Rathauschef jetzt einen Grundsatzbeschluss über die Behandlung von kurzfristig eingereichten Bauanträgen erreichen, um, wie er sagte, „Rechtssicherheit für die Stadtverwaltung und für die Antragssteller“ zu erhalten. Bereits ab dieser Sitzung seien die beim Versand der Ladung vorliegenden Bauanträge einzeln aufgeführt worden. Im Zeichen der Bürgerfreundlichkeit sollte es aber auch künftig möglich sein, kurzfristig eingehende Bauanträge in der jeweils nächsten Stadtratssitzung zu behandeln, vorausgesetzt, der Verwaltung verbleibt noch genügend Zeit, die Anträge für die Sitzung vorzubereiten.
Heinrich Geidner und Brigitta Heckel von den Freien Wählern argumentierten, ein Grundsatzbeschluss sei hier überflüssig. Geidner wies darauf hin, dass es seit 1996 nie vorgekommen sei, dass irgendein Punkt, der sich zur Sitzung auf der Tagesordnung befunden habe, nicht behandelt worden sei. Insofern bestehe kein Anlass, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. In der Abstimmung gab es dann Gegenstimmen von diesen beiden Stadträten.
Ebenfalls längeren Gesprächsbedarf gab es über den Bauantrag eines Landwirts aus Waizendorf, der seine Biogasanlage um einen offenen Güllebehälter erweitern möchte. Der Antragsteller war persönlich in der Sitzung anwesend und erörterte auf Fragen aus den Reihen der Stadträte verschiedene Aspekte des Vorhabens. Großen Wert legt die Stadtverwaltung auf eine zu erfolgende Eingrünung nach Abschluss der Bauarbeiten, die Bürgermeister Michael Dörr dezidiert zur Auflage machte. Hierfür soll ein Begrünungsplan vom Landratsamt erstellt werden. Vorbehaltlich der Einhaltung der besprochenen Details wurde dem Bauantrag für den offenen Güllebehälter abschließend einstimmig zugestimmt.
Im Rahmen seiner Bekanntgaben informierte das Stadtoberhaupt, dass zwischenzeitlich mit dem Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Waizendorf und Gerbersdorf begonnen worden ist. Gemäß einer Mitteilung der Wirtschaftsförderungsstelle ist in Wolframs-Eschenbach die Anschlussgeschwindigkeit DSL 6000 für den schnellen Internet-Zugang zu 86 Prozent verfügbar. Damit sei die Wolframstadt im gesamten Landkreis an zweiter Stelle, hinter Neuendettelsau.








